Adios Mariscal
December 28th, 2005 Edit
Der vergangene Freitag war mein letzter Arbeitstag. Mit gemischten Gefühlen fuhr ich zum letzten Mal vom Estudio Mariscal nach Hause, vorbei an den 150 Jahre alten Schornsteinen von Poble Nou, mit einem von Mariscal signierten Siebdruck, meinem Powerbook und den Ausdrucken für meine Schnellmodus-Mappe unter dem Arm.
Ich habe dort vieles gelernt. Ich weiß jetzt, dass eine entspannte, sehr kollegiale Zusammenarbeit in einer großen Agentur möglich ist. Ich weiß nicht, wie Mariscal und sein Personalmanager es geschafft haben, einen Haufen freundlicher, glücklicher und verrückter Menschen um sich zu scharen. Aber dieses einmalige Kunststück ist ihnen gelungen.
Und so kam es nicht von ungefähr, dass ich an meinem letzten Arbeitstag damit beschäftigt war, meinen Kolleginnen neue, größere Brüste, lange Beine und knackige Hintern zu verpassen. Nach einigen Photoshop-Versuchen waren sie alle glücklich und ich fragte mich, ob ich auch diese Tätigkeit in meinem Leonardo-Bericht erwähnen sollte.
Das Bild meiner Kolleginnen und einige weitere Nacktfotos der anderen Mitarbeiter bekam Mariscal dann als Kalender zu Weihnachten geschenkt. Nicht selbstverständlich, denke ich, dass der Chef ein Präsent von seinen Angestellten erhält. Und so hoffe ich, dass ich diese lockere Atmosphäre in meinen Koffer legen, mit nach Deutschland nehmen und dort irgendwann wieder auspacken kann.

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