FONTänen
January 24th, 2006 Edit

Ich verkünde keine Neuigkeit, wenn ich sage, dass einige sehr gute Schriftgestalter in Barcelona arbeiten. Aber dass die Stadt eine spezielle Abteilung für Schriften unterhält, und die Mitarbeiter sogar eigene Fahrzeuge haben, hat mich dann doch überrascht (und entzückt, obwohl die Servicenummer auf den Autos etwas müde lächelt).
Übrigens: In Spanien sagen die Grafiker Fuente, wenn sie über eine bestimmte Schrift reden, was eigentlich Quelle, Brunnen oder ganz einfach Schüssel bedeutet. Da wurde schlicht und einfach falsch übersetzt. Im Lateinischen heißt Fons soviel wie Quelle, und Fons war der römische Gott der fließenden Gewässer, der Brunnen und der Quellen. Auch im Katalanischen heißt Font nichts weiter als Brunnen.
Font im Sinne von Schrift hat also nichts mit Fuente, Quelle zu tun, sondern schon eher mit Fondue und Fusion. Denn das Wort rührt vom französischen fonte her, ein Begriff aus der Metallurgie, und bedeutet in etwa Schmelzen von Metall – Gutenberg lässt grüßen.
Nun, vielleicht gibt es gar keinen Grund zur Verzückung, denn möglicherweise sind die Mitarbeiter von BCNfonts nicht für Fonts, sondern für Fontänen verantwortlich, und Gießbächlein haben für sie überhaupt nichts mit Typografie zu tun.
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